Hessische Biodiversitätsstrategie

Die Biodiversität ist die essentielle Voraussetzung einer intakten Natur. Sie bildet die Lebensgrundlage für den Menschen, denn nur ein intakter Naturhaushalt kann die dafür notwendigen Dienstleistungen erbringen. Die Erhaltung der Biodiversität ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die internationale Staatengemeinschaft hat sich zum Ziel gesetzt, dem weltweiten Rückgang der Arten Einhalt zu gebieten. Es ist unsere Verpflichtung, die Vielfalt an Arten und Lebensräumen zu schützen und für nachkommende Generationen zu erhalten. Das Kabinett hat am 3. Juni 2013 die Hessische Biodiversitätsstrategie verabschiedet. Sie hat unter anderem zum Ziel, Lebensräume und Arten zu schützen, besonders in Schutzgebieten, sowie die Beobachtung und ggf. Zurückdrängung invasiver Arten.

www.umweltministerium.hessen.de

Schatzkiste der biologischen Vielfalt vor den Toren Darmstadts

Was in vielen anderen Hessischen Landschaften nicht mehr zu finden ist, nämlich einen unglaublichen Reichtum an Tieren, Pflanzen und Lebensräumen. Darunter sind viele gefährdete oder seltene Arten und Lebensgemeinschaften. Das bedeutet eine hohe Verantwortung für den Erhalt dieser Vielfalt. Denn bei dem Verlust einer Art geht immer ein Mosaiksteinchen verloren, das für das ökologische Gefüge eine bestimmte Rolle spielt: Viele Arten hängen in ihrer Existenz voneinander ab, ja bedingen sich gegenseitig.


Projekt

Damit dies auch in Zukunft so bleibt, haben sich verschiedene Partner zusammengefunden mit dem Ziel, die unterschiedlichen Lebensräume zu erhalten und zu vernetzen. Die Ursachen des Artenrückgangs und des Verlustes der Lebensräume sind vielfältig. Deshalb entwickelt die Projektgruppe effiziente und nachhaltige Konzepte und setzt diese auch selbst um. Gleichzeitig informiert und beteiligt sie interessierte Bürger und Bürgerinnen im Rahmen von Exkursionen, Vorträgen und Mitmachveranstaltungen an den Maßnahmen.


Das Gebiet

Das Projektgebiet verfügt über eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete in Südhessen. Es liegt im Zentrum der europäischen Metropolregion Rhein-Main-Neckar und gehört zum Landkreis Darmstadt- Dieburg und zur Stadt Darmstadt.
Durch seine Lage im Übergangsbereich unterschiedlicher klimatischer Einflüsse, dem Übergang von der Rhein-Main-Ebene zum Odenwald sowie seiner historischen Waldbewirtschaftung, findet man vielfältige Lebensräume und eine große Artenvielfalt vor.


Die Beteiligten

Hessisches Umweltministerium
Kreisausschuss Darmstadt-Dieburg
Wissenschaftsstadt Darmstadt
Forstamt Dieburg
Forstamt Darmstadt
Regierungspräsidium Darmstadt
Waldschule Groß Zimmern
Bioversum Kranichstein
Naturschutzverbä;nde
NAH
ZAS
SGDW
Gemeinde Roßdorf
Gemeinde Groß-Zimmern
Stadt Dieburg
Gemeinde Münster
Gemeinde Eppertshausen


Ansprechpartner:

Uwe Avemarie
Landkreis Darmstadt-Dieburg Naturschutz und Landschaftspflege
E-Mail: u.avemarie(at)ladadi.de
Telefon: 06151 – 8812217


Verantwortlich für die Inhalte:

bioversum Kranichstein
Kranichsteiner Str.253
64289 Darmstadt
Tel: 06151-97111888


Redaktion:

Herr Avemarie, Landkreis Darmstadt-Dieburg,
Abteilung Natur- und Umweltschutz, Landschaftsentwicklung
Arbeitsgruppe Messeler Hügelland


Fotos:

Borstgras, Nardus stricta: In situ von Malcolm Storey unter eol.org Lizenz: CC BY-NC-SA, bearbeitet
Borstgras, Nardus stricta: Plant in torf von Malcolm Storey unter eol.org Lizenz: CC BY-NC-SA, bearbeitet
Elritze, Phoxinus phoxinus: Phoxinus Phoxinus von N Sloth unter biopix.com Lizenz: CC BY-NC, bearbeitet
Eremit, Osmoderma eremita: Osmoderma eremita female von Siga unter Wikipedia.org Lizenz: public domain, bearbeitet
Hunds-Veilchen, Viola canina: Slender violat von Erutuon unter flickr.com Lizenz: CC BY-SA, bearbeitet
Hunds-Veilchen, Viola canina: Viola canina von Tero Laakso unter flickr.com Lizenz: CC BY-SA, bearbeitet
Margerite, Leucanthemum vulgare: Oxeye Daisy (Leucanthemum vulgare) von Peter O´Connor unter flickr.com Lizenz: CC BY-SA, bearbeitet
Pirol, Oriolus oriolus: Oropendola macho von Paco Gomez unter flickr.com Lizenz: CC BY-SA, bearbeitet
Springfrosch, Rana dalmatina: Agile frog (Rana dalmatina) von Berard DUPONT unter flickr.com Lizenz: CC BY-SA, bearbeitet
Springfrosch, Rana dalmatina: Rana dalmatina (Essonne91) von Laurent Lebois unter flickr.com Lizenz: CC BY, bearbeitet
Sumpfschrecke, Stethophyma grossum: Sumpfschrecke (Stethophyma grossum), Kornetsheck bei Maldingen, Ostbelgien von Frank Vassen unter flickr.com Lizenz: CC BY, bearbeitet
Wendehals, Jynx torquilla: Eurasian Wryneck (Jynx Torquilla) von Ron Knight unter flickr.com Lizenz: CC BY, bearbeitet
Wiesen-Glockenblume, Campanula patula: Wiesen-Glockenblume (Campanula patula) von gbohne unter flickr.com Lizenz: CC BY-SA, bearbeitet


Benutzerhinweise

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Konzeption / Gestaltung / Realisierung/

Rimma Khasanshina / www.ultramarim.com
Tobias Herper
Server Kubedinov / www.serversdesign.com


Tier des Monats

Amphib in Signalfarben – der Feuersalamander

Glänzend schwarz und signalgelb - mit diesen Farben ist der Feuersalamander das auffälligste Amphib Deutschlands. Mit der Signalfärbung warnt er vor seinem Hautsekret. Jedes Exemplar  hat sein ganz individuelles Flecken- und Streifenmuster. Salamandra salamandra ist meistens nachtaktiv. So kommen auch die Salamander-Kinder nachts zur Welt: Die trächtige Salamander-Mutter setzt ihre Eier im Wasser ab, die Eihülle platzt sofort auf und die 25 Millimeter kleinen Larven schwimmen davon. Die Kleinen jagen im Wasser vor allem Flohkrebse und aquatische Insektenlarven, von der Eintagsfliege bis zur Zuckmücke. Nach 3 bis 6 Monaten steigen sie, nach der Metamorphose, als erwachsene Salamander an Land und erbeuten Asseln, Schnecken, Regenwürmer, Spinnen und andere  wirbellose weiche Tiere Ein Feuersalamander wird bis zu 23 cm lang! Quellbereich in naturnahen Laub- und Mischwäldern Wie alle Amphibien brauchen die Salamander eine feuchte Umgebung  und eine nasse Kinderstube. Fließende  oder stehende Gewässer, die kühl, schattig und nährstoffarm sind. Das Wasser muss reich an Sauerstoff sein und sollte möglichst keine Fisch-Bewohner haben, die die Brut auffressen würden. Quellgebiete, wo Wasser leise murmelnd aus dem Fels sprudelt oder aus dem Boden gluckst, sind perfekt! Dort stimmt mit konstanten 12 bis 15 °C auch die Temperatur: Im Frühling ist es für die Larven nicht zu kalt, später im Jahr für die erwachsenen Tiere nicht zu warm. Die modernen Menschen machen dem Feuersalamander das (Über-) Leben schwer: Es gibt immer weniger naturnahe Quellbereiche und Bäche und zu wenig Totholz und Urwaldstrukturen in den Wäldern als Amphibien-Verstecke. Die Zerschneidung des Lebensraums und die Gefahren des Straßenverkehrs kommen als zusätzliche Probleme dazu. Im Messeler Hügelland ist der schwarzgelbe Salamander vor allem noch in den alten Laubwäldern im südwestlichen Teil zu finden, mit ihren alten Bäumen und Feuchtbiotopen. Feuchtgebiete Die wichtigste Schutzmaßnahme für den Feuersalamander ist eine naturnahe Forstwirtschaft, die die Vielfalt der Waldstrukturen erhält und dem Salamander eine feuchte und kühle Umgebung bietet. Die Erhaltung, Neuanalage, Wiederherstellung und Pflege von Feuchtbiotopen geben den Salamandern die anspruchsvollen Kinderstuben für ihre Larven. Natürlich belassene Quellgebiete sind die besten Salamander-Habitate. Die Quelle Wingertsborn war früher mit Steinen eingefasst – durch die Entfernung der steinernen Fassung ist sie jetzt wieder ein Salamander-Paradies im Messeler Hügelland! Mit etwas Glück kann man die großen bunten Lurche in naturnahen Laubwäldern des Messeler Hügellands entdecken – bei Regen sind sie auch tagsüber unterwegs. Mit Einsetzen des Bodenfrostes im Oktober oder November begibt sich der Feuersalamander in die Winterruhe, nur an besonders milden Wintertagen wagen sich die Lurche aus ihrer feuchten, dunklen Deckung hervor. Ab Mitte Februar können die Weibchen dann mit der Laichwanderung beginnen. Der Feuersalamander war Reptil/Lurch des Jahres 2016.  (Dieser Text stammt aus dem Jahreskalender 2017 "Schatzkiste Messeler Hügelland")